3. Jun, 2016

Dicke Männer verdienen besser

Dicke Männer sind humorvoll. Schon mal gehört. Dicke Männer sind gesellig. Diese Meinung ist mehrheitsfähig. Dicke Männer sind kontaktfreudiger. Auch das wird immer wieder gerne unterstellt. Dicke Männer sind erfolgreicher und verdienen mehr Geld als dünnere Artgenossen. Das überrascht. Zumindest entspricht es nicht dem Bild, das die Werbung seit Jahrzehnten suggeriert: Die Schönen und Erfolgreichen dieser Welt sind schlank.

Doch wie so oft in der Werbung: Alles ist nur Schein und Trug. Die Wahrheit liefern uns die Ökonomen Marco Caliendo und Markus Gehrsitz. Caliendo ist Inhaber des Lehrstuhls für empirische Wirtschaftsforschung in Potsdam und Gehrsitz von der New Yorker City University. Ihre Aussage: Dicke Männer kassieren die dickeren Gehälter.

Und da Caliendo und Gehrsitz ernstzunehmende Wissenschaftler sind, können sie ihre Aussage durch eine umfangreiche Studie belegen: Insgesamt wurden vor zwei Jahren in Deutschland 8770 Männern und 9229 Frauen befragt. Und das Ergebnis ist eindeutig: Männer verdienen am meisten bei einem BMI (Body-Maß-Index), der von 23 bis weit in den übergewichtigen Bereich reicht. Zur Einordnung: Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten Menschen mit einem BMI zwischen 20 und 25 als normalgewichtig. Ab einem BMI von 25 beginnt Übergewicht, ab 30 die Fettleibigkeit. 

Dicke Männer, dickes Gehalt – doch das ist noch lange nicht alles. Die beiden Forscher: "Bei Männern ist die Beschäftigungswahrscheinlichkeit am höchsten, wenn sie BMI-Werte erreichen, die kurz vor der Grenze zur Fettleibigkeit liegen." Das Körpergewicht wirke sich also nicht nur auf das Einkommen, sondern analog auch auf die Wahrscheinlichkeit aus, überhaupt einen Job zu haben.

Die Konsequenz ist klar: Vor der nächsten Gesprächen mit dem Chef wird nicht gemergelt, sondern ordentlich gefuttert. Dann klappt es auch mit dem Gehalt.