8. Mai, 2016

Die Museen brauchen einen Plan

Bertram Müller, bewährter Autor der Rheinischen Post, hat Ende April in einer Analyse einen Masterplan für die Kunst gefordert. Die Museumslandschaft sei strukturell erstarrt, jedes Institut wurschtele seit Jahrzehnten vor sich hin, und es sei Zeit für einen Aufbruch, schrieb der Experte. Gemeint sind die Institute Kunstsammlung NRW, Museum Kunstpalast, NRW-Forum und die Kunsthalle.

Der Vorschlag, sich einen  Masterplan auszudenken, ist eine prima Idee. Vor allem, weil in den nächsten Jahren gravierende Änderungen anstehen – bei den Fördermitteln (E.ON streicht das Geld für den Kunstpalast.), aber auch personell (Kunstpalast-Direktor Beat Wismer und Marion Ackermann von der Kunstsammlung NRW gehen demnächst.).  Hier besteht Handlungsbedarf.

Doch das ist nicht nur im Bereich der Kunstmuseen so. Auch bei den anderen Düsseldorfer Museen gibt es kein langfristiges Konzept. Stadtmuseum, Hetjens-Museum, Heinrich-Heine-Institut, Theater-Museum, Goethe-Museum und Film-Museum stehen hier zur Diskussion. Der Vorschlag des Kulturdezernenten Lohe, schon mal das Theatermuseum zu schließen und einem anderen Museum anzugliedern, ist nicht mehr als eine hilflose Sofortmaßnahme. Auch hier braucht es einen Masterplan.

Dieser sollte aber nicht nur wirtschaftliche und organisatorische Gesichtspunkte berücksichtigen, sondern vor allem auch inhaltliche und didaktische Gesichtspunkte. Am Beispiel des Stadtmuseums will ich konkret werden: Wie dort derzeit die Düsseldorfer Stadtgeschichte gezeigt wird, ist schon lange nicht mehr auf der Höhe zeitgemäßer Museums-Präsentation. Langweilig, uninteressant – wer in diesen Tagen mit Gästen in Stadtmuseum geht, um einen geschichtlichen Überblick zu geben, der geniert sich nach dem Besuch, diesen Vorschlag gemacht zu haben. Selbst das Schifffahrtsmuseum, das von einem gemeinnützigen Verein getragen wird, ist da flotter.

Der Masterplan muss auch eine deutliche Steigerung der Attraktivität vorsehen. Denn: Nur verstaubte Exponate von A nach B zu schieben, bringt gar nichts.