15. Jun, 2016

Die offenen Bücherschränke

Als im Juni 2011 am Düsseldorfer Rheinufer, in unmittelbarer Nähe des KIT (Kunst im Tunnel), der erste Offene Bücherschrank aufgestellt wurde, gab es viele Skeptiker: Sind die Menschen überhaupt an diesem Angebot interessiert? Werden genug Bücher bereitgestellt? Wer schützt das neue Angebot vor Vandalismus?

Heute – fünf Jahre später – genügt ein kurzer Besuch am Rheinufer, um alle Zweifel auszuräumen. Das Interesse ist nach wie vor groß. Oft bildet sich rund um den Bücherschrank sogar eine kleine Gruppe, die das Angebot sichtet. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich über Bücher aus.

Auch das „Geben und Nehmen“ funktioniert sehr gut. Sicher, das Angebot ist – sagen wir mal vorsichtig – sehr vielschichtig. Es reicht von Konsalik bis zum Heine-Jahrbuch. Doch für jeden Buchdeckel gibt es einen Interessenten. Man hat nicht den Eindruck, dass Ladenhüter den Schrank verstopfen und den Nachschub blockieren. Im Gegenteil: Von heute auf morgen ist die Auswahl häufig komplett unterschiedlich.

Das ganze Projekt ist neudeutsch formuliert eine Win-Win-Situation. Der Nutzer freut sich über ein neues, für ihn interessantes Buch. Und der Geber freut sich, dass sein altes Buch noch einen Abnehmer gefunden hat. Allemal besser, als das Buch im Altpapier  zu entsorgen.

Das war eine prima Idee, Literaturbüro Düsseldorf.

Und da das so ist, gibt es mittlerweile in Düsseldorf noch weitere Offene Bücherschränke. Und zwar in Bilk am Friedensplätzchen, in Derendorf Kreuzung Klever Straße/Jülicher Straße/Collenbachstraße/Roßstraße, in Gerresheim am Gerricusplatz und im Zooviertel am Schillerplatz. Gute Ideen machen eben Schule.