9. Aug, 2016

Von Großereignissen und Kleinmut

Die Stadt Düsseldorf präsentiert sich oft als internationale Metropole. Das passt zu den Interessen der Wirtschaft, der Messe, des Flughafens und des Einzelhandels. Und das passt auch zu der Mehrheit der Düsseldorfer Bürger, die sich gern weltoffen und tolerant geben. So wie der Rheinländer halt ist. 

Zu dieser Haltung gehört überhaupt nicht der Kleinmut, der immer wieder aufkommt, wenn es um die Ausrichtung von internationalen Sportgroßereignissen geht. Da wird daran rumgemäkelt, die Finanzierung in Zweifel gezogen, ja sogar die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt.

Aktuell erleben wir das beim für den 1. Juli 2017 geplanten Start der Tour de France. Ein Radsport-Ereignis, das Hundertausende in die Landeshauptstadt locken wird. Die Gastronomie der Innenstadt, die Hoteliers und die Einzelhändler werden es in ihrer Kasse spüren. Doch es gibt noch weitere Effekte. Dieses Ereignis werden Millionen an den Fernsehschirmen verfolgen. Das aktuelle Zögern der ARD, eine Liveübertragung zuzusagen, wird nur vorübergehend sein. Die journalistische Berichterstattungspflicht und der öffentliche Auftrag des öffentlich-rechtlichen Senders werden Düsseldorf an diesem Tag – medial betrachtet – zur Sporthauptstadt Europas machen.

Noch ist für die Zweifler – auch bei den Entscheidungsträgern – Zeit, Ihre Bedenken hintanzustellen und den Start der Tour zu einem Ereignis zu machen, hinter dem die Stadt Düsseldorf steht – mit größtmöglicher Geschlossenheit. 

Das gilt auch für einen zweiten sportlichen Höhepunkt des Jahres 2017. Vom 29. Mai bis zum 5. Juni steigt bei uns die Tischtennis-Weltmeisterschaft – auch ein Ereignis mit weitreichenden Folgen. Tischtennis findet in anderen Ländern der Welt – vor allem in Japan und China – eine viel größere mediale Aufmerksamkeit als bei uns. Auch hier ist ein Millionenpublikum garantiert. Und bei jedem Bericht wird der Name der Stadt Düsseldorf erwähnt ... 

Internationale Sportereignisse sind eine prima Idee.

Denn sie sind ein wichtiger Image- und Wirtschaftsfaktor. Die positive Wirkung für Düsseldorf ist umso größer, je engagierter und freundlicher wir die Gäste aus aller Welt bei uns begrüßen und anfeuern.

Die Tour de France und die Tischtennis-WM sind erste Prüfsteine. Wenn es der Stadt Düsseldorf nicht gelingt, für beide Veranstaltung eine breite Akzeptanz und aktive Unterstützung herzustellen – dann braucht man über die Olympischen Spiele 2028 gar nicht erst nachzudenken.