15. Sep, 2016

Kultur und Freizeitmöglichkeiten prägen eine Stadt

Es ist grundsätzlich immer richtig, wenn der Oberbürgermeister mit Vertretern unterschiedlichster Interessensgruppen über die Zukunft der Stadt diskutiert. Insofern war die von der Rheinischen Post im Maxhaus organisierte Podiumsdiskussion eine prima Idee. 

Der veröffentlichte Inhalt lässt allerdings den Rückschluss zu, dass dieses Gespräch nur der Anfang einer Diskussion gewesen sein kann. Zwar wurde die wichtige Frage erörtert, ob man auf der Kö die Parkplätze reduzieren sollte – oder besser nicht. Wesentliche Themen, die zukünftige Stadtentwicklung und das Miteinander der Bürger, die in Düsseldorf leben, beeinflussen, wurden jedoch nicht angesprochen – oder waren nicht berichtenswert.

Zum Beispiel die Themen Kultur und Freizeit. Beide Bereiche, die für die Lebensqualität einer Stadt enorm wichtig sind – und die zudem auch noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind.

Der aktuelle Umgang mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus oder der Zustand einiger Städtischen Museen machen deutlich, dass der Stellenwert des städtischen Kulturlebens nicht der ist, der er sein sollte. Bestätigt wird das auch von der aktuellen Umfrage des Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI). Nur Rang acht in der Deutschland-Hitparade des Kulturlebens? Das sollte die Verantwortlichen der Stadt aufhorchen lassen.

Letztlich fehlt es in Düsseldorf an einem Kultur-Masterplan, der die für das Image einer Stadt wichtigen Ereignisse der Hochkultur und die für das Wohlfühlerlebnis der Menschen unverzichtbare Alternativkultur berücksichtigt. Und es fehlt noch etwas: Es gibt keinen markanten Kopf, der die Anliegen der Kulturschaffenden und der Kulturverbraucher aktiv vertritt.

Und in Sachen Freizeit und Sport ist die Stadt hin- und hergerissen zwischen Überengagement bei Großprojekten (zum Beispiel bei der Tour de France) und Vernachlässigung von elementaren Angeboten für die Bürger (zum Beispiel die nicht nachvollziehbare Schließung von Freibädern in der einzigen Hochsommer-Periode des Jahres). Auch hier braucht es ein Gesamtkonzept. 

Düsseldorf ist mehr, viel mehr als ein guter Platz, um hier zu arbeiten oder um auf der Kö die Ferraris aus Bottrop zu bewundern. Sollte es jedenfalls sein.